Sebastian Steudtner

übersicht

Für den digitalen Bibliothekskatalog der Fachhochschule Potsdam wurde ein exploratives User-Interface entwickelt, das einen großzügigen, visuellen und intuitiven Zugang zum digitalen Literaturbestand bietet und das Stöbern darin ermöglicht.

aufgabengebiete

UX/UI-Designerin

Konzept, User Research, Interaktion, Screendesign, Prototyping & Testing

September – Dezember 2020

Hintergrund

Die Bibliothek der Fachhochschule Potsdam eröffnet auf zwei Stockwerken eine Vielzahl von leihbaren Medien. Die Räumlichkeiten laden zum Verweilen ein und Besucher können sich nach Belieben umsehen und die gesammelten Werke erkunden. Für Nutzer des Online-Kataloges der Bibliothek hingegen, war es bisher nur möglich durch Eingabefelder gezielt nach Literatur zu suchen. Was die Suchmaske nicht bietet, ist ein explorativer Zugang zum literarischen Bestand. Doch gerade dieses Flanieren in Informationsumgebungen bringt oftmals Ergebnisse, deren Fund zwar nicht konkret angestrebt wurde und dennoch von Interesse sind.

Durch die zunehmende Digitalisierung gewinnt auch der digitale Zugang zum Bibliotheksbestand immer mehr an Wichtigkeit. Zeitgenössische Ereignisse wie die Corona-Krise, die zu einer temporären Schließung der analogen Bibliothek führte, unterstützen dieses Bedeutungswachstum. Daher wurden neue Wege kreiert die Bibliothek als Ort der Literatur- und Informationssammlung digital erfahrbar zu machen.

Suchmethoden & Zielgruppen

Bei der Suche in digitalen Informationsumgebungen können zwei Vorgehensweisen voneinander abgegrenzt werden:

Explorative Suche
Die Nutzer bewegen sich in digitalen Informationsräumen ohne dabei eine konkrete Frage beantworten zu wollen und ein bestimmtes Ziel zu verfolgen. Während sie sich in Informationsumgebungen bewegen, können unerwartete und überraschende Entdeckungen gemacht werden. Sie gehen kritisch, kreativ und spielerisch vor. Ein Nutzer, der nach dieser Methodik vorgeht, lässt sich als »Information Flaneur« beschreiben.

Studien zeigten, dass die facettierte Suche bei Nutzern ein höheres Maß an Zufriedenheit schafft und ihnen hilft, sich in unbekannten Informationsräumen zurecht zu finden. Die Nutzer haben mehr Vertrauen zu der Informationsquelle und behalten die Suche und die daraus resultierenden Ergebnisse besser im Gedächtnis. Entscheidend bei dem Explorationsprozess ist die gebotene Auswahl an Facetten.

Fokussierte Suche
Bei dieser Methode gehen Nutzer gezielt vor und suchen nach einer speziellen Information. Mit Hilfe einer Datenbank-Abfrage in Form von Schlagworteingabe soll diese auf direktem Weg erreicht werden.

Zielgruppen
Beide Methoden können von der selben Person je nach Bedarf verwendet werden. Die vorliegende Arbeit soll zwar auch die gezielte Suche ermöglichen, jedoch primär an Literatursuchende adressiert werden, die kein bestimmtes Werk finden möchten, sondern den Bibliotheksbestand explorativ erkunden möchten. Anvisierte Personengruppen sind Studenten und Mitarbeiter der Fachhochschule Potsdam sowie Studieninteressierte und Menschen mit Interesse an wissenschaftlicher Literatur und Affinität zu digitalen Medien.

Herausforderung

Bei der analogen Bibliothek wird die Wahrscheinlichkeit für zufällige Entdeckungen durch die strenge Aufstellungssystematik beschränkt. Der Online-Katalog unterstützt ausschließlich die standardisierte Suche über Stichworteingabe.

Zielsetzung

Basierend auf Nutzerbefragungen und Interviews mit Bibliothekswissenschaftlern wurden folgende Designziele erarbeitet: 
  • Nutzer sollen einen explorativen Zugang zum digitalen Bibliotheksbestand erhalten und dort autonom handeln können.
  • Eine interaktive und dynamische Bestandsvisualisierung mit facettierten Filterwerkzeugen.
  • Bei der Wahl der Filterfacetten sollen sowohl inhaltliche als auch physische Attribute eines Werkes berücksichtigt werden.
  • Skalierbares Design
  • Verschiedene Perspektiven zur Erkundung des Bestandes

Design

Die grafische Benutzeroberfläche wurde auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse entwickelt und für die Web-Anwendung optimiert. Dabei erfolgt die Eingabe primär über die Maus und sekundär über die Tastatur.

Skalierbare Übersicht
Beim Öffnen der Website wird der Bestand aus einer Makroperspektive inszeniert und Bücher als Thumbnails präsentiert. Die Übersicht soll den Umfang des Bestandes ersichtlich machen und eine umfassende, überblicksartige Interaktion damit ermöglichen. Die Sortierung einzelner Objekte, sollten keine Filter angewendet worden sein, unterliegt einem programmierten Zufallsprinzip, das bei jedem Aufruf der Seite eine neue Anordnung erzwingt. Mit Hilfe der Pfeilelemente können Nutzer durch den vollständigen Bestand navigieren. Die Ansicht kann durch Scrollen oder durch die dafür vorgesehenen Steuerungselemente am rechten Bildschirmrand gezoomt werden. Die Maße (Breite und Höhe) eines Buches werden durch die Abbildung des Covers maßstabsgetreu in den digitalen Raum übersetzt, wodurch Größenverhältnisse sichtbar werden. Ein optischer Bezug zum physischen Exemplar entsteht, welches sich bei der Suche in der analogen Bibliothek dadurch schneller identifizieren lässt.
Facettierte Suche
Bei der Wahl der Facetten wurden verschiedene Aspekte eines Buches berücksichtigt. Einige davon können bei einem Besuch in der analogen Bibliothek gefunden werden wie beispielsweise die Farbe des Covers oder die Buchgröße. Die Facette Fachbibliothek wurde gewählt, um die für Bibliotheksbesucher gewohnte Aufstellungssystematik in den digitalen Raum zu transferieren.
Fachbibliothek - Nutzer können den Bestand nach Wissenschaftsbereichen selektieren.
Erscheinungsjahr - Selektion nach Veröffentlichung eines Buches.
Verfasser, Verfasserin, Autor, Autorin, Herausgeber, Herausgeberin, Mensch - Ein intervallisch wechselnder Facettentitel nimmt Bezug zur aktuellen Diskussion über eine gendergerechte Schreibweise. Der Filter bietet Einsicht in eine alphabetische Auflistung sämtlicher Verfassernamen und ermöglicht deren Selektion.
Größe - Die Bücher sind in drei Abmessungskategorien geteilt: Small (S), Medium (M) und Large (L)
Cover Farbe - Zwei Farbregler dienen zur Selektion nach einer gewünschten Cover Farbe.
Detailansicht
In der Detailansicht wird das Cover vergrößert und hochauflösend dargestellt. Es lässt sich durch die ersten Seiten des Buches blättern und somit auch das Inhaltsverzeichnis einsehen. Die Seitenleiste bietet ausführliche Informationen zum Werk wie Titel, Verfasser, Verlag, ISBN, Signatur, Schlagwort sowie eine Kurzbeschreibung.

Zusätzlich zu diesen traditionellen Angaben werden weitere Bucheigenschaften, die für Literatursuchende von Interesse sein können und sie darin unterstützen sich einen umfassenden Eindruck des Werkes zu machen, berücksichtigt. Beispielsweise wird das Verhältnis von Text, Bild und Weißraum in Form von drei vertikal angeordneten Balken visuell repräsentiert. Eine maßstabsgetreue, dreidimensionale Liniengrafik visualisiert die genauen Abmessungen (Höhe, Breite, Tiefe) des Buches. Dadurch werden seine Form und Dicke ersichtlich. Ergänzend dazu werden Angaben zu Größe und Seitenzahl textlich zur Verfügung gestellt.

Darüber hinaus unterscheiden sich Bücher darin, wie häufig sie in der Vergangenheit ausgeliehen wurden. Manche Werke sind stets vergriffen, wohingegen andere nur sehr selten geliehen werden. Diese Eigenschaft wird in der Detailansicht als Beliebtheit beschrieben, dessen Bewertung durch drei mögliche Sterne erfolgt. Als Messwert zur Sternvergabe dient die Wochenanzahl, die ein Buch in den letzten 12 Monaten entliehen war.

Eine weitere wichtige Information für Nutzer kann auch der Zustand eines Werkes sein. Viele Bücher sind erst seit kurzem im Bestand, werden selten ausgeliehen oder stets sorgsam behandelt. Sie weisen daher keine Gebrauchsspuren auf und wirken wie neu. Andere haben bereits deutliche Spuren der Abgegriffenheit wie Verfärbungen, Knicke, Einträge, Markierungen sowie gerissene, lose oder sogar fehlende Seiten. Einzelne Exemplare können in die Zustände Gut, Abgegriffen, Deutliche Gebrauchsspuren und Stark abgenutzt eingestuft werden.

Sebastian Steudtner

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Redesign der iOS-App hinsichtlich Usability, Plattformstandards und Liebe zum gestalterischen Detail.

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UX/UI-Designerin

Konzept, User Research, Screendesign, Prototyping & Testing

März – Juli 2020

»DIE ZEIT folgt dem Grundsatz, sich Moden und Mätzchen zu widersetzen. Im Zweifel: Lieber Zeit für Geist als Zeitgeist. Das heißt nicht, dass wir uns nicht verändert hätten - wir haben uns dramatisch verändert. Aber der Spagat zwischen Tradition und Neuerung ist ganz gut gelungen.«
– Dr. Giovanni Di Lorenzo, Chefredakteur DIE ZEIT

Hintergrund

Die ZEIT ONLINE App für iOS hat 2,19 Mio. Nutzer und bietet Zugang zu Nachrichten, Reportagen, Kommentaren und Analysen von ZEIT und ZEIT ONLINE. Sie lässt sich kostenlos aus dem deutschen App Store herunterladen und bietet Zugang zu verschiedenen Medien wie Artikel & Podcasts. In der Anwendung finden sich aktuelle Berichterstattungen zu Themen wie Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Technik, dazu gibt es Leserumfragen, Premium-Artikel, Podcast-Links und weiteres. Nutzer können Artikel kommentieren und auch in sozialen Netzwerken sowie per Nachricht, Messenger oder E-Mail teilen.

Die primären Ziele des Redesigns

  • Verbessertes Nutzererlebnis
  • Vereinfachte Usability durch Anwendung der Human Interface Guidelines von Apple
  • Direkter Zugang zur Rubriken & Medien
  • Optimierung des Leseflusses

Screendesign

Eine Navigationsleiste mit sämtlichen Rubriktiteln ermöglicht Nutzern den direkten Zugriff auf gewünschte Themen. Diese verbargen sich in der ursprünglichen Version hinter einem Burger-Menü, das im Rahmen des Redesigns aufgelöst wurde. Dadurch wird der Umweg über das Menü eingespart und die Usabilitiy verbessert.

Eine weitere Optimierung der Bedienbarkeit erfolgt durch die eingeführte Tab Bar. Diese bietet Zugang zu Artikeln, Podcasts, gespeicherten Lesezeichen und Einstellungsmöglichkeiten.

Startscreen
Die Übersicht der einzelnen Artikel wurden auf deren Headlines reduziert. Der Leitartikel enthält außerdem ein Vorschaubild. Dadurch wird eine Hierarchiestruktur geschaffen, die Prioritäten der Artikel und deren Länge sichtbar macht. Um den Zeitungs- und Lesecharakter der App besser zu transportieren, wurde die Font der Headlines in die Serifen-Hausschrift der Zeit geändert.
Artikelscreen
Auf den Artikelseiten steht der Text und dessen Lesbarkeit im Mittelpunkt. Daher werden hier die Navigation Bar sowie die Tab Bar ausgeblendet, um möglichst viel Platz für den Artikeltext zu schaffen. Durch die Platzierung des großformatigen Artikelbildes in Kombination mit der Überschrift im oberen Teil des Screens, wird der Artikel visuell eingeleitet und vom Textteil optisch getrennt. So kann ein ungestörter Lesefluss stattfinden.
Z+ Artikel
Ergänzend zu den kostenlosen Artikeln der Zeit Online App, gibt es die Möglichkeit als zahlender Abonnent in den Genuss der Zeit+ Artikel zu kommen. Deren grundsätzlicher Aufbau orientiert sich an den herkömmlichen Artikeln, allerdings werden sie durch einen andersfarbigen Hintergrund optisch hervorgehoben.

Sebastian Steudtner

übersicht

Entwicklung und Umsetzung
einer authentischen, externen Kommunikation des Spitzen-
sportlers Sebastian Steudtner.
Kreation der On- und Offline Appearance mit Aufbau der
Website, Logo und Merchandise.

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Grafikdesignerin

Entwurf, Layout, Screendesign, Reinzeichnung, Mockups

August – Oktober 2019

»Es ist keine leichte Aufgabe ein Design zu entwickeln, dass sich von dem der vielen anderen Surfern abhebt und gleichzeitig die richtige visuelle Botschaft sendet. Corinna ist diese Aufgabe perfekt gelungen – und es sieht so cool aus.«
– Sebastian Steudtner

Hintergrund

Sebastian Steudtner ist ein deutsch/österreichischer Big Wave Surfer, der zu den besten Wassersportlern der Welt zählt. Seinen ersten Kontakt mit dem Surfsport hatte er in Frankreich im Alter von 9 Jahren auf einem Boogieboard. 2001 wanderte der damals 16-Jährige auf die hawaiianische Insel Maui aus. Am 15. Dezember 2004 surfte Sebastian auf der größten Welle der Welt, bekannt als Peahi / Jaws an der Nordküste von Maui. 2005 folgte dann Teahupoo, die gefährlichste Welle der Welt auf Tahiti. Seitdem verfolgt Steudtner seine Leidenschaft für große Wellen und Wasser auf einem professionellen Level.

Branding

In enger Zusammenarbeit mit Sebastian Steudtner und Commandante Berlin wurde ein Markenauftritt entwickelt, der den Surfer Lifestyle integriert hat.

Bildmarke & Corporate Design
Das Signet basiert auf der altnordischen Runenreihe. Ein reduziertes Symbol, das seine Initialien aufgreift. Es kommuniziert die für seinen Erfolg entscheidenden Eigenschaften:
  • Ehrgeiz
  • Surfer Lifestyle
  • Kraft
Weitere Projekte